Der Mythos von Josef Stalin hält an. Nach wie vor ist der einstige Sowjet-Diktator unheimlich populär im russischen Gebiet, Umfragen zeigen das. Nicht wenige wünschen sich ihn sogar zurück. Vermutlich lässt sich diese Sympathie mit Stalins Erfolg im 2. Weltkrieg begründen. Andernfalls, und das wird häufig bemängelt, könnte fehlendes historisches Wissen bei der jüngeren Generation … Weiterlesen
Filed under Russische Literatur …
Wenedikt Jerofejew – Die Reise nach Petuschki
»Die hochprozentigste Sauftour der Weltliteratur« rankt es auf der Rückseite. Tatsächlich wird bis zur Besinnungslosigkeit hinuntergekippt und gelötet, was das Zeug hält. Wenedikt Jerofejews »Reise nach Petuschki« aber nur auf den Alkoholkonsum zu beschränken, wäre aber viel zu simpel. Surreale Ebenen und Phantasmen machen sich auf, die bis zur finalen Apokalypse andauern. Aus den benebelten … Weiterlesen
Anatoli Rybakow – Die Kinder vom Arbat
Kaum ein Roman kann die Herrschaft Josef Stalins besser skizzieren als Anatoli Rybakows »Die Kinder vom Arbat«. Von 1966 bis 1983 schrieb der Autor daran, bis er 1987 endlich und während Michail Gorbatschows Amtszeit veröffentlicht werden durfte. Rybakow (*1911 – †1998) geniert sich nicht, macht reinen Tisch mit dem Stalinismus und zeigt die Quittungen der … Weiterlesen
Gaito Gasdanow – Ein Abend bei Claire
Gaito Gasdanow (*1903 – †1971) erlebt gerade so etwas wie eine Wiedergeburt. 2012 wurde erstmals mit »Das Phantom des Alexander Wolf« ein Roman des Exilrussen ins Deutsche übersetzt. Weitere Erzählungen wie »Die Wandlung« oder »Schwarze Schwäne« wurden danach von Rosemarie Tietze in die hiesige Sprache übertragen. Gasdanows Werke stießen auf größere Aufmerksamkeit im Feuilleton – auch … Weiterlesen
Viktor Jerofejew – Die Akimuden
Die juckenden Finger sollte man in Russland bekanntlich still halten. Gegen-den-Strom-schwimmen wird nicht so besonders gerne toleriert und kann, wie einige Fälle zeigen, manchmal tragisch enden. Der russische Autor Viktor Jerofejew macht sich nichts daraus und kritisiert trotzallem. Er lehnt die Regierung samt des Mannes an der Spitze, Vladimir Putin, öffentlich ab. Vor allem ist … Weiterlesen
Tschingis Aitmatow – Aug in Auge
Literatur kann dich Star Trek-mäßig irgendwohin beamen. Ohne großen Stress und ohne große finanzielle Hürden. Lediglich die Fantasy muss ein wenig angeregt werden, im rundlichen Kasten da oben. So hat mich Tschingis Aitmatow (*1928-†2008) durch seine Erzählung »Aug in Auge« in ein Ail (gleicht einem kirgisischen Dorf) am Rande des Gebirges Alatau geführt. Vorab aber … Weiterlesen
Michail Schischkin – Venushaar
Der neue Lew Tolstoi soll er sein. Mit zahlreichen Preisen überhäuft, für »Venushaar« bekam Michail Schischkin den ›Internationalen Literaturpreis‹ vom Haus der Kulturen der Welt verliehen, gehen seine Bücher in Russland weg wie warme Semmel, sind alle Bestseller. Schischkins Status, geboren in Moskau, ausgewandert in die Schweiz, in Deutschland? Fast gänzlich unbekannt! Das Risiko das … Weiterlesen
Ljudmila Ulitzkaja – Das grüne Zelt
Das Bildnis einer Gesellschaft, deren Abglanz sich in einer dreckigen Pfütze spiegelt. Eine Gemeinschaft, die nicht fessellos sein darf, nicht zu Freidenkern stattdessen untergeordnet beschränkt werden soll. Intelektuelle und Kreative sind sie, dürfen es aber nicht sein. Die Faust des Staates ist stählern, seine Verpflechtung immens und unberechenbar. An der nächsten Ecke könnten sie auf … Weiterlesen
Gaito Gasdanow – Das Phantom des Alexander Wolf
Nach M. Agejew alias Mark Levi und seinem »Roman mit Kokain« erschien 2012 in der BRD ein weiterer »verschollener«, russischer Autor mit dem Werk »Das Phantom des Alexander Wolf«. Die Rede ist von Gaito Gasdanow, 1903 geboren, ossetischer Abstammung, einst Exilrusse in Paris. Ähnlich wie Levi wird Gasdanow mit Vladimir Nabokov verglichen. Nicht nur, weil … Weiterlesen
M. Agejew – Roman mit Kokain
Wer war er denn nun, dieser M. Agejew? Dieses Pseudonym? Von wem stammt es? Vladimir Nabokov? Lange Zeit wurde genau das vermutet – und am Ende doch aufgelöst: Mark Levi, literarisch unauffällig. Der Jude, der aus Russland nach Deutschland auswanderte, aufgrund des aufkeimenden Faschismus nach Istanbul zog und danach in Richtung Eriwan, Armenien, ließ sich … Weiterlesen