Antanas Škėma – Das weiße Leintuch

Antanas Škėma – Das weiße Leintuch

Ein Exilschriftsteller im Fahrstuhl, stundenlang, monoton – hoch und runter, runter und hoch. Der Mann erinnert sich. An seine Jugend, Frauen, Heimat und Flucht. »Das weiße Leintuch« zählt zu den Klassikern der litauischen Literatur. Der einzige Roman von Antanas Škėma (*1910 – †1961) ist nun zum ersten Mal ins Deutsche übersetzt worden. Parallelen zwischen dem … Weiterlesen

Jewgeni Samjatin – Wir

Jewgeni Samjatin – Wir

Weniger als ein Prozent der Erdbevölkerung hat nach einem zweihundert Jahren andauernden Krieg überlebt. Die vom Schmutz gereinigte Erde erstrahlt in ungeahntem Glanz und die Menschen leben in einem Staat namens Union. Sie formen sich zu einem harmonischen Organismus; ein Raum für Zufälle oder Unerwartetes ist nicht vorhanden – nicht vorhergesehen. Der Hunger besiegt, Liebe … Weiterlesen

100 Jahre Russische Revolution – ein Leseprojekt

100 Jahre Russische Revolution – ein Leseprojekt

Vor einhundert Jahren löste sich Russland von der Monarchie. Die anschließende Revolution sorgte für einen blutigen Bürgerkrieg, der von 1917 bis 1921 fast zehn Millionen Menschen das Leben kostete. 1922 gründeten schließlich die Bolschewiki mit Wladimir Lenin an der Spitze die kommunistische Sowjetunion. All diese Prozesse sind historisch interessant, sie werden auch in der Literatur … Weiterlesen

Julian Barnes – Der Lärm der Zeit

Julian Barnes – Der Lärm der Zeit

Der Fahrstuhl surrt und faucht, als er von Etage zu Etage zieht und ein Mann, Komponist Dmitri Schostakowitsch, im Mai 1937 darauf wartet, bis sich die Türen öffnen. Der Musiker hält einen Koffer in der Hand, im Inneren befinden sich Zigaretten, Unterwäsche und Zahnpulver. Er raucht nervös Kette, Panik und Angst überfallen ihn. Aber der … Weiterlesen

Deutsche Debüts

Deutsche Debüts

In den vergangenen Wochen habe ich unbewusst auffällig viele Bücher von deutschen Debütanten gelesen. Warum? Vielleicht brauchte ich zwischen den alten Schinken mal wieder etwas mehr Frischfleisch. Wie auch immer: Einige interessante, neue Stimmen waren dabei, die ich euch vorstellen möchte. Ist »Ellbogen« das (deutsche) Debüt des Frühjahrs 2017? Ständig sehe ich das Cover im … Weiterlesen

Der mit dem Wolf tanzt – Blogbuster 2017

Der mit dem Wolf tanzt – Blogbuster 2017

Die Würfel sind gefallen – meine Wahl für die Blogbuster-Longlist steht. Ins Rennen schicke ich die »Polareule« von Micaela Daschek. Nun bin ich gespannt, ob sich mein Favorit gegen die Manuskripte der anderen Literaturblogger durchsetzen kann und dann im Tropen Verlag erscheint. Zum ersten Mal werde ich zum Lektor. Ganz ehrlich, diese Arbeit verdient Respekt. … Weiterlesen

Julia Kissina – Elephantinas Moskauer Jahre

Julia Kissina – Elephantinas Moskauer Jahre

»Er war hässlich wie ein Wildschwein und schrecklich charmant.« BÄHM! Was für ein Satz!? Der sitzt! Genau mein Humor! Und Julia Kissina haut viele solcher abgedrehten und verrückten Konstruktionen raus, wenn sie Künstler, Dichter und Kreative in Moskaus 80ern beschreibt. Weiteres Beispiel gefällig? »Er trank irrsinnig viel und war ganz rot und verschwitzt. Schon damals … Weiterlesen

Kürze und Würze #3

Kürze und Würze #3

Michael Angele hat einen kurzweiligen Essay zu einer bedrohten Kulturtechnik verfasst. Für mich sind Angeles Gedanken besonders interessant; für einen Medienwissenschaftler, der bei einer Zeitung arbeitet, sollten sie das. Angele (stellvertretender Chefredakteur „Der Freitag“),  schreibt also über das, was uns in der Redaktion regelmäßig beschäftigt. Geht es weiter – wie? Was gegen das Sterben tun? … Weiterlesen

Nackte, die Bücher zeigen?

Nackte, die Bücher zeigen?

Hanna (29), Kathi (35) und Marion (33) sind drei Freundinnen aus Wien und Graz. Alle drei lesen gerne und beschäftigen sich in ihren Berufen zum Teil mit Literatur. Eines Abends trank das Trio paar Bierchen zusammen und hatte, wie das so ist, die Idee zu einer Plattform, auf der Leseempfehlungen auf anziehende – oder besser … Weiterlesen

Fjodor Dostojewskij – Aufzeichnungen aus dem Abseits

Fjodor Dostojewskij – Aufzeichnungen aus dem Abseits

Wenn du einen langen Tag hattest und der Kopf nicht ganz frei ist, dann ist Dostojewski nichts für dich. Das Hirn muss einigermaßen aufgeräumt und aufnahmefähig sein, sonst: versteht es nur Bahnhof. Dostojewski eignet sich, wenn er menschliche Tiefen beschreibt, ohnehin nicht für Eskapismus. Andererseits gibt es kaum Autoren, die das Seelenleben ihrer Protagonisten derartig … Weiterlesen