Ljudmila Ulitzkaja – Das grüne Zelt

Ljudmila Ulitzkaja – Das grüne Zelt

Das Bildnis einer Gesellschaft, deren Abglanz sich in einer dreckigen Pfütze spiegelt. Eine Gemeinschaft, die nicht fessellos sein darf, nicht zu Freidenkern stattdessen untergeordnet beschränkt werden soll. Intelektuelle und Kreative sind sie, dürfen es aber nicht sein. Die Faust des Staates ist stählern, seine Verpflechtung immens und unberechenbar. An der nächsten Ecke könnten sie auf … Weiterlesen

Snowing Memories

Beim Anblick dieses Kurzfilms kommen sie wieder hoch. Die Emotionen, die ich hier schriftlich niederließ. Nicht nur, dass er von der aus Vilnius (Litauen) kommenden Kunststudentin Isaija Jurkenaite geradezu formvollendet gestaltet wurde – nicht nur aus diesem Grund möchte ich diesem Schnitt eine Plattform geben. Sondern er zeigt eben visuell auch, was wir bei der internationalen … Weiterlesen

NEON – Unnützes Wissen

NEON – Unnützes Wissen

Rezipienten, die sich auf NEON-Ausgaben nur wegen der zwanzig neuen unnützen Fakten freuen, kenne ich. Häufig wird diese Seite des Magazins als erstes aufgeschlagen. Geschmunzelt. Verwunderungen. Es handelt sich um Wissen, das man anstellig beim Stammtisch auspackt. Pfiffig, weil es für manch einen Lacher sorgen kann. Für Wow-Momente und Bewunderung. Unabhängig, ob sie tatsächlich korrekt … Weiterlesen

Tamta Melaschwili – Abzählen

Tamta Melaschwili – Abzählen

Ihr Alltag ist grau. Eingeschränkt. Voller Bedürfnisse, die nicht erfüllt werden. Dennoch, der Versuch ist da, das Beste aus der Situation mitzunehmen. Sie besitzen die bunte Fantasie, welche Mädchen in ihrem Alter durch die Köpfe schwirrt. Ninzo und Ketewan, aufgrund ihrer zierlichen Gestalt Zknapi genannt, sind 13 und beste Freundinnen. Leben in einer Konfliktzone – … Weiterlesen

Steglitz stellt Ilja Regier mit „Muromez“ vor

Ursprünglich veröffentlicht auf SteglitzMind:
Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe. Mit Ilja, der Muromez ins Leben rief, kommt heute der…

Gaito Gasdanow – Das Phantom des Alexander Wolf

Gaito Gasdanow – Das Phantom des Alexander Wolf

Nach M. Agejew alias Mark Levi und seinem »Roman mit Kokain« erschien 2012 in der BRD ein weiterer »verschollener«, russischer Autor mit dem Werk »Das Phantom des Alexander Wolf«. Die Rede ist von Gaito Gasdanow, 1903 geboren, ossetischer Abstammung, einst Exilrusse in Paris. Ähnlich wie Levi wird Gasdanow mit Vladimir Nabokov verglichen. Nicht nur, weil … Weiterlesen

Jack London – König Alkohol

Jack London – König Alkohol

Trinken, um zu vergessen. Trinken, um zu vergessen, dass man trinkt. Trinken aus Frustration. Trinken aus Langeweile, dem Alltag zu entfliehen. Trinken, um aus sich herauszukommen. Trinken, um zu feiern. Trinken, um sich zu belohnen. Trinken, um des Geschmacks willen. Trinken, um die Sucht zu füttern – der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, … Weiterlesen

Ruhe vor dem Sturm

Ruhe vor dem Sturm

Ohren. Sie sind unterschätzt. Dabei verantwortlich für das wohl geschulteste Sinnesorgan, das wir besitzen, für die auditive Wahrnehmung. Durch sie können wir durch Wände hören, Geräusche, die manchmal kilometerweit passieren, bemerken. Sehen, riechen, schmecken, ertasten dagegen nicht. Es ist etwas, was mich schon länger tangiert… Nachts, suche ich manchmal den Kurs nach draußen. Schließe meine … Weiterlesen

M. Agejew – Roman mit Kokain

M. Agejew – Roman mit Kokain

Wer war er denn nun, dieser M. Agejew? Dieses Pseudonym? Von wem stammt es? Vladimir Nabokov? Lange Zeit wurde genau das vermutet – und am Ende doch aufgelöst: Mark Levi, literarisch unauffällig. Der Jude, der aus Russland nach Deutschland auswanderte, aufgrund des aufkeimenden Faschismus nach Istanbul zog und danach in Richtung Eriwan, Armenien, ließ sich … Weiterlesen

Das Nichtbegreifen begreifen können

Das Nichtbegreifen begreifen können

Der Boden ist durchtränkt. Von Blut. Die Sonne scheint durch die Blöcke. Dort, wo das einstige Schrecken wütete, Leid und Tod Alltag waren, wird dank des Naturschauspiels merkwürdigerweise ein Hauch von Idylle verbreitet. Dieser Ort beeinflusst mich nicht. Ich empfinde nichts, stattdessen erschreckende Gleichgültigkeit. Ich schäme mich, bin sauer, verbittert. Bin nicht mit mir im … Weiterlesen