Filed under Gedankenstrom

»Du liest? Siehst nicht so aus!«

»Du liest? Siehst nicht so aus!«

Der Protagonist blickt in den Spiegel und reflektiert. Wer und was bin ich? Ich sehe einen Typen, der alle drei Wochen zum arabischen Friseur geht und den Bart stutzt. Ich sehe einen Typen, der locker gekleidet ist, auf kurzärmlig steht. Ich sehe einen Typen, der alles sein könnte. Slawe, Türke, Kaukasier oder Deutscher. Malocher, Kaufmann … Weiterlesen

Zwanzig Mark und sonst nichts – #BloggerFuerFluechtlinge

Zwanzig Mark und sonst nichts – #BloggerFuerFluechtlinge

Anfang der 90er bin ich mit meiner Familie immigriert. Meine Eltern besaßen bei unserer Ankunft ganze zwanzig Deutsche Mark im ansonsten leeren Portemonnaie. Wir hatten also bis auf die paar Kröten fast nichts. Dafür Verwandte im Umkreis, die halfen, die übersetzten, vermittelten, unter die Arme griffen und bei Behördengängen unterstützten. Zu Beginn lebten wir – … Weiterlesen

Kleine Kulturkritiker?

Kleine Kulturkritiker?

Jüngst habe ich Theodor W. Adorno gelesen und wieder einmal feststellen müssen: Es braucht Zeit. Viel Zeit. Um seine Aussagen 100-prozentig nachzuvollziehen. Sie zu ordnen, anzuwenden und sie letztlich zu verstehen. Thema: Kulturkritik. Plastisch dargestellt, beginnt diese bereits in TV-Zeitschriften. Eine Redaktion bewertet irgendwelche Streifen, unterteilt bei ihrer Einschätzung unterschiedliche Kategorien und klassifiziert. Grundlegend schaltet … Weiterlesen

Ruhe vor dem Sturm

Ruhe vor dem Sturm

Ohren. Sie sind unterschätzt. Dabei verantwortlich für das wohl geschulteste Sinnesorgan, das wir besitzen, für die auditive Wahrnehmung. Durch sie können wir durch Wände hören, Geräusche, die manchmal kilometerweit passieren, bemerken. Sehen, riechen, schmecken, ertasten dagegen nicht. Es ist etwas, was mich schon länger tangiert… Nachts, suche ich manchmal den Kurs nach draußen. Schließe meine … Weiterlesen

Das Nichtbegreifen begreifen können

Das Nichtbegreifen begreifen können

Der Boden ist durchtränkt. Von Blut. Die Sonne scheint durch die Blöcke. Dort, wo das einstige Schrecken wütete, Leid und Tod Alltag waren, wird dank des Naturschauspiels merkwürdigerweise ein Hauch von Idylle verbreitet. Dieser Ort beeinflusst mich nicht. Ich empfinde nichts, stattdessen erschreckende Gleichgültigkeit. Ich schäme mich, bin sauer, verbittert. Bin nicht mit mir im … Weiterlesen