Blogs in der Krise?

Neulich hab ich einen alten Schulfreund getroffen, wir sahen uns lange nicht mehr. Er begrüßte mich mit frisch geschlüpftem Baby im Kinderwagen und mit Hund im Gepäck. Wir drehten eine Runde und tauschten uns zuerst über das Übliche aus: Job, Frau, Finanzen, Gegenwart und Perspektive. Und dann kamen wir unweigerlich auf Damals zu sprechen, auf Vergangenes, das wir zusammen erlebt haben. »Weißte noch?« und »Man, war das ‘ne geile Zeit«. So schwelgten wir in Erinnerungen und vergaßen, dass die Zeit nicht nur »geil« war, dass wir bereits als junge Burschen Probleme (anderer, pubertärer Art) hatten. Nur, darüber sprachen wir nicht, bei unserem freudigen Wiedersehen sollte das Positive überwiegen.

Früher war nicht alles besser, es war anders und anders war die Lage auch, als Literaturblogger vor einigen Jahren plötzlich zu neuen Literaturvermittlern aufstiegen und von den Verlagen umgarnt wurden. Das Ende der Fahnenstange ist erreicht, weiter geht’s nicht, das hielt Tobias Nazemi (Buchrevier) in seinem Beitrag Der Hype ist vorbei bereits treffend fest. In meiner Filterblase tauchen kaum noch neue, frische Blogs auf, die mich inhaltlich überzeugen könnten (einige Ausnahmen: Leseschwäche oder Read Ost). Mehr und mehr etablierte Literaturblogger reduzieren ihre Frequenz und veröffentlichen nur noch selten Beiträge. Jochen Kienbaum (lustauflesen.de) verfasst gar einen vorläufigen Abschlussbericht, Thomas Brasch macht mit brasch & buch Schluss, Sophie Weigand hält sich auf Literaturen leider zurück in den vergangenen Monaten, auch von Claudia Pütz (Das graue Sofa) lese ich mittlerweile wenig. Steckt die Szene in der Krise? Befinden wir uns in der Sackgasse?

Mich wundert diese Entwicklung nicht, denn das Bloggen über Bücher ist mit Aufwand verbunden, wenn man nicht den Klappentext kopiert und ein unbegründetes Fazit darunter klatscht. Wer anspruchsvoll, unterhaltsam und kreativ über Literatur schreiben will, benötigt; Zeit, um Bücher zu lesen, Zeit, um über sie zu schreiben. Das funktioniert nicht zwischen Tür und Angel, weil Freizeit in unserer Gesellschaft knapp bemessen ist. Wer in der Blogosphäre nach Reichweite giert, muss auf allen Hochzeiten tanzen und die relevanten Kanäle füttern. Facebook, Twitter, Instagram et cetera pp. – das strengt an und kostet Energie, die nicht jeder aufbringen will (Tobias Lindemann hat dazu den schönen Text Die Freiheiten des Bloggens verfasst). Und dann bekommt man, bis auf ein paar Klicks & Likes, manchmal wenig zurück – zumindest nichts Monetäres.

Ich entsinne mich noch, dass sich auch die klassischen Literaturblogs mit einer Form von Konkurrenz auseinandersetzen mussten. Auf einmal waren Booktuber der neue heiße Scheiß, Thomas Brasch geriet in die Schusslinie, als er über eine Booktuberin schrieb Sara! Mir graut’s vor dir. Bis auf Herbert liest! und BuchGeschichten konnte ich nie etwas mit diesen Formaten auf Youtube anfangen. Und mittlerweile habe ich den Eindruck, dass auch dieser (Video-)Hype verflogen ist und alle auf die Instagram-Welle aufspringen. Faszinierend, wie Florian Valerius mit seinem Account literarischernerd durchgestartet ist. Neulich hörte ich ihn beim Autofahren im Radio auf Einslive und dachte: Respekt, der hat geschafft, was manchem Blogger nach vielen Jahren Fleißarbeit niemals gelungen ist oder gelingen wird.

Auf Instagram passiert gerade das, was der Literaturkritiker moniert – was die Leute aber genau wollen: snackable content – fix inhaliert. Sie hassen verschwurbelte Texte wie im Feuilleton, sie hassen auch zu lange Texte in Blogs. Schnell muss es gehen, auf Seiten des Senders und Empfängers. Mit drei Sätzen über ein Buch, einem Tipp und einem gestellten Foto mit sterilem Hintergrund erreiche ich auf Insta manchmal mehr Personen als mit einer ausführlichen Rezension auf dem Blog. Irgendwann wird aber auch Bookstagram vergehen, Alexa und Konsorten stehen bereits in den Startlöchern. Eigentlich sollte man wieder auf Podcasts oder so umschwenken, wenn man demnächst über Literatur kommunizieren will und möglichst viele erreichen möchte.

Literaturblogs müssen sich nicht neu erfinden. In meinen Augen trennt sich derzeit die Spreu vom Weizen. Alle, die dachten, dass man kurzfristig mit einem Buchblog unkompliziert ohne Ende Rezi-Exemplare bekommt, die den SUB ins Unermessliche wachsen lassen, werden weggespült. Es bleiben diejenigen, die Ausdauer haben, sich Mühe geben und Hirnschmalz investieren. Der Kanal oder das Medium ist nicht entscheidend, entscheidend ist, ob Qualität dahinter steckt und damit Texte respektive Produkte, die sich abheben. Daher brauchen sich (etablierte) Blogger nicht fürchten. Sie bleiben, insofern sie wollen und am Ball bleiben, relevant und weiter ein (kleiner) Teil des Literaturbetriebs. In einer Krise befinden wir uns nicht derzeit, vielleicht tut es der Szene jedoch gut, dass ordentlich durchgelüftet, der Normalzustand nach der Flut erreicht wird.

Das Treffen mit meinem alten Schulfreund war übrigens einer meiner Highlights in der Weihnachtszeit, weil wir eigentlich auch was Verbotenes – wie damals – machten. Zumindest hätte das Jugendamt interveniert, wenn es uns im Dunklen gesehen hätte. Wir genehmigten uns zwei, drei Drinks, als wir mit Kind und Hund »spazieren« gingen und von Damals erzählten. Als wir an seinem Haus angekommen waren, schwappten wir wieder in den Ist-Zustand und da wurde mir klar: Es war schön zurückzublicken, lass uns aber lieber nach vorne schauen. Auch Literaturblogger sollten das ohne Wehmut tun.

Foto: Frank Hamm/Creative Commons

33 thoughts on “Blogs in der Krise?

  1. Ich bin keine bekannte Bloggerin, aber ich bleibe jetzt seit 7 Jahren dran (toi toi toi!) 🙂 Aber es stimmt, auf vielen Blogs ist es sehr ruhig geworden. Ich hoffe, der Trend setzt sich nicht weiter fort. Andererseits habe ich erst letztes Jahr einige neue Blogs entdeckt, die mir sehr gut gefallen und die meinem Lesegeschmack entsprechen.

    Was Booktube angeht, falls du sie noch nicht kennst, schau dir mal die Kanäle „Literaturlärm“ (https://www.youtube.com/channel/UC2qhtj_Fbisp2izZvTuvCHw) und „VersTand“ (https://www.youtube.com/user/SkunkFreak) an.

  2. Alles hat einen Anfang, Höhepunkt und Ende…
    Das gilt auch fürs Bloggen, nicht nur für Liebe und Sex, oder auch das Leben im Allgemeinen…
    Hype ist eben Hype.

  3. Ich bin da ganz furchtlos.
    Und was mich betrifft, bin ich vermutlich einfach noch nicht lange genug dabei, um diese Entwicklung überhaupt festzustellen, von der hier und auch dort hin und wieder geschrieben wird.
    Bei mir persönlich wird es jedenfalls nicht weniger werden. Ganz im Gegenteil (oder wie Tweedledee – in der Übersetzung von Enzensberger – sagen würde: „Sondern umgekehrt!“): Ich habe vor, meine Blogging-Aktivitäten zu intensivieren und auszuweiten. Was natürlich bei meiner derzeitigen Beitragsfrequenz auch wünschenswert wäre… Das mit der Zeit ist natürlich immer so ein Problem. Aber dann muss man eben weniger schlafen…
    Grüße,
    Anton

  4. Bin keine Buchbloggerin in dem Sinne, auch wenn ich einen blog schreibe und sich mit der Zeit auch bei mir eine geringere Frequenz eingeschlichen hat. Aber als Leserin haben mich die blogs doch beflügelt in den letzten zwei Jahren. Sie haben mir Felder eröffnet und Autor*innen aufgezeigt, auf die ich in meinem eigenen Saft nie gekommen wäre. Und manchmal sogar mit Verrissen meine Lust am Scheitern von anderen befriedigt. Was sich schneller hinaufschwurbelt wird irgendwann auch wieder langsamer und gemächlicher. Doch noch stehen wir zu sehr unter uranischem Einfluss und es ist nicht abzusehen, wenn die Spirale der Eile wieder hinabschwingt. In einigen Jahrzehnten vielleicht?

  5. Ein schöner und reflektierter Beitrag ist das! Tatsächlich decken sich deine Beobachtungen sehr mit den meinigen, allmählich schwappt die Welle wohl ab. Die Puste, um sich dauerhaft auf einem gewissen Niveau mit den Büchern in ansprechender Form auseinanderzusetzen, hat nicht jeder. Und muss ja auch nicht jeder besitzen, aber das Klären und Absetzen inmitten der Hype-Blase „Buchblogs“ tut der Sache ganz gut – so zumindest auch meine Meinung!

  6. Pingback: Die Sonntagsleserin 01_2018 – Rückblick auf den Dezember | Studierenichtdeinleben

  7. Das schreiben von langen Texten macht halt auch viel Arbeit. Lohnt sich das? Wie viele Leser erreicht man damit? Ich würde Roman nur noch unter besonderen Aspekten besprechen, die das Feuilleton nicht beachtet. Bei Sachbüchern sieht es etwas anders aus, weil die inhaltlich meist knapp besprochen werden und sich auch auf Insta schlecht darstellen lassen. Man könnte sie in Geschichtenform als Vlog verfilmen, aber das macht noch mehr Aufwand als einen Artikel zu schreiben. Mal sehen, was die Zukunft bringt.

  8. Die Entwicklung finde ich bedauerlich und es wäre wirklich schade, wenn die guten Buchblogs verschwinden würden. Ich leite seit Jahren einen Lesekreis und da sind mir bei der Auswahl der Bücher und der Diskussion darüber die Blogs eine wirkliche Hilfe. Anders als das Feuilleton sind die Rezensionen hier näher am Leser. Deshalb mein Wunsch an alle: Ich kann nachvollziehen, wieviel Arbeit in einem Buchblog steckt, deshalb macht lieber weniger Rezensionen aber gebt bitte nicht auf.
    Liebe Grüße
    Ruth

  9. Da ich erst seit kurzem blogge und andere Blogs lese, kann ich nicht beurteilen, ob sich jetzt etwas geändert hat. Es hört sich in deinem Beitrag irgendwie so an, als ob alle nur aus dem Grund bloggen würden, um Influencer zu werden und Rezensionsexemplare zu erhalten. Als ob Einfluss und Follower zu haben das Ziel des Bloggens wären.
    Aber das würde erklären, warum viele damit aufhören, wenn sie doch nicht so „berühmt“ werden, wie sie sich das vorgestellt haben. Oder wenn es viel zu viel Arbeit ist, die Follower zu behalten. Oder wenn die Verlagshäuser kein Interesse mehr an ihnen haben.
    Es wäre jedoch sehr schade, wenn dem so wäre. Wenn dadurch aber nur die Blogs am Leben bleiben, die aus Lust und Leidenschaft entstehen, bin ich meinerseits froh, gerade zu dieser Zeit in diese Welt eingetaucht zu haben.

  10. Ich kann Deinem sehr guten Beitrag nur zustimmen. Es braucht viel, um ausdauernd zu bloggen. Zeit, Kraft, Freude am Schreiben und Lesen, selbst wenn die Zahlen mal nicht so berauschend sind. Aber es gibt kein Rezept fürs Bloggen, jeder sollte seinen eigenen Weg gehen, eigene Erfahrungen sammeln, ein eigenes Selbstverständnis mit Zielen und Grenzen entwickeln.

    Ich habe sehr klein und noch vor dem „Hype“ angefangen und weiß, wie es ist, wenn die Leserschaft überschaubar ist. Meine Bestätigung finde ich deshalb nicht unbedingt in der Statistik, sondern in Menschen, die mich darauf ansprechen im realen Leben oder in den Kommentaren oder E-Mails, die ich erhalte. Und da sind noch all die Menschen (Blogger, Verlagsmitarbeiter, Autoren, Übersetzer), die ich dadurch kennengelernt habe.

    Ich frage mich allerdings, ob Instagram und Co. der Literatur mit ihrem Anspruch wirklich gerecht werden kann, wenn ein Autor Monate oder sogar Jahre an einem Werk schreibt und ein Post mit wenigen Wörtern und einem netten Bildchen in wenigen Sekunden ins Netz geht. Aber egal wie man Literatur zu mehr Aufmerksamkeit verhilft, es ist gut so, gerade in der heutigen Welt, wo viele Medien in Konkurrenz treten. Jeder hat seinen eigenen Weg, um sich über Bücher zu informieren, und es braucht Richtungsweiser in all der Flut an Neuerscheinungen sowie Erinnerer an Bücher, die in grauer Vergangenheit erschienen sind. Deshalb sehe ich noch lange nicht die Blogs in der Krise, ganz im Gegenteil, vielleicht bekommen sie noch eine wichtige Rolle – als Chronik.

    Ich bin schon seit längerem der Meinung, dass die Datenflut uns eines Tages vor die Wahl stellen wird: weiter so oder nur ausgewählte Inhalte. Weil wir diese Flut einfach als Bedrohung empfinden, nicht mehr Herr darüber werden – als Produzent wie als Konsument. Obwohl man ja auch meint, dass sich der Mensch auch daran anpassen wird. Viele Grüße

  11. Ein sehr kluger Beitrag, der gerade gut ins Stimmungsbild der Blogosphäre passt, wie ich finde! Auch aus meiner Sicht trennt sich die Gruppe der Buchblogger immer deutlicher in zwei Lager – jene, die schon vor dem Hype aus der Leidenschaft an der Sache heraus dabei waren und sich weniger um Klickzahlen geschert haben, und jene, die erst später, und wohlmöglich mit falschen Intentionen, auf den bereits rollenden Zug aufgesprungen sind.
    Ein Hobby, welches aus der Leidenschaft an der Sache an sich begründet ist, hört man nicht einfach auf. Was meiner Meinung nach aber ins Gewicht fällt: Viele Literaturblogger, die als Studierende begannen, sind mittlerweile im Berufsalltag angekommen und können mit der deutlich verknappten Freizeit niemals die Frequenz früherer Jahre aufrechterhalten…
    Ich bin jedenfalls gespannt, wie die Diskussion fortgesetzt werden wird,
    lieber Gruß,
    Cara

    • Hallo Cara,

      deine Wahrnehmung deckt sich mit meiner. Seitdem ich mein Studium beendet habe, wird es hier hin und wieder auch mehrere Wochen lang ruhiger…

      Liebe Grüße zurück

  12. Danke für’s Verlinken und scheinbar geht es Dir ja ganz ähnlich wie mir, lieber Ilja. Die Motivation auf Dauer zu gewährleisten ist eine echte Herausforderung. Aber wir bleiben dran, würde ich jetzt einfach mal sagen. Ich kann übrigens Constanzes Einschätzung teilen: inzwischen nimmt mein Freundes- und Bekanntenkreis teilweise regen Anteil an dem, was ich schreibe. Und es sind viel häufiger die „Kommentare“ oder Gespräche im „echten“ Leben abseits des Internets, die mich beflügeln. Viele Grüße, Tobias

  13. Dein Beitrag hat mir gut gefallen und ich habe diese Beobachtung auch schon gemacht. Ich habe mein Buchblog Mitte 2015 gestartet und damals unterschätzt, wie viel dauerhafter Aufwand dahintersteckt. Aber noch bin ich dabei und motiviert, weiterhin regelmäßig zu schreiben. Mit Booktubern kann ich rein gar nichts anfangen, aber Instagram setzte ich als Unterstützung zu meinem Blog ein. Ich käme aber nicht auf die Idee, mich nur auf diese eine Plattform zu beschränken; dazu sind mir die Möglichkeiten dort denn doch zu „dünn“.
    Viele Grüße, Ina

  14. Mein Blog ist ja so aufgebaut, wie du es kritisierst – Klappentext und Fazit darunter. Ich finde es für beide Seiten – Blogger und Leser ökonomisch.

    Ich als Bloggerin kann schnell zum Wesentlichen kommen, der Leser ebenfalls. Ich mag keine Blogs, in welchen erst einmal das Buch nacherzählt wird, der ein oder andere Blogger findet sich ja noch toll dabei, die Auflösung zu verraten. Als Leserin scrolle ich entweder nach unten, wo der Blogger dann mal seine Meinun kundtut, oder ich breche ab.

    Lange Beiträge mag nicht jeder 🙂 .

    • Ich wollte noch zu dem Vorbild-Blog Literaturen anmerken, dass ich mich mit der Bloggerin ziemlich heftig gestritten hatte, nachdem sie es in ihrer *Inhaltsangebe*, welche eine reine Nacherzählung, auch noch die Pointe der Geschichte erzählt hatte. Das war vor zwei Jahren, das Buch habe ich immer noch nicht gelesen, (Warum auch, den Ausgang kenne ich ja nun?), und das Blog auch nicht mehr.

      Und wie ich schon geschrieben habe, ich mag keine langen Artikel. Ich habe gerade versucht, eine Rezension zu dem Spiel Black Mirrror 4 zu lesen ( https://goldfuchsblog.com/2018/01/10/review-black-mirror-solides-grusel-adventure-fuer-cthulu-liebhaber/ ), ich werde unruhiger, je öfter ich scrollen muss, und im ersten Drittel breche ich genervt ab.

      Wer lange Artikel über Literatur schreiben möchte, soll sich bei einer Literaturzeitschrift bewerben, aber bitte kein Blog füllen, wo es kurz und knackig sein soll.

      • Es gibt auch Bücher, zu denen gibt es nicht viel zu sagen, z.B. Thriller. Tiefgründige Charaktere erwartet da niemand, also bleibt außer der Feststellung, war spannend / nicht spannend nicht viel.

    • Uff, mir wäre das persönlich wirklich zu wenig. Ein wenig mehr als der Klappentext (der manchmal leider sehr irreführend sein kann) sollte schon drin sein – es ist für mich sehr interessant, was der Leser da wahrnimmt.
      Mir fehlt es auch ein wenig an der Würdigung des Produkts, es liest sich für mich oftmal wie „nicht richtig damit auseinandergesetzt“. Das hat dann eher etwas von „Klappentext plus Amazon-Kurzrezi“.

      • Zwingt dich auch niemand es zu lesen. Ich will nicht diese ewiglangentexten, womöglich a´la *Literaturen* mit heftigen Spoilern versehen, die gefühlt nie zum Interessanten kommen, nämlich der Rezension.

        Wie Muromez ganz richtig erkannt hat: Lange Texte sind hoffnungslos out, ich würde sogar extrem nervig hinzufügen. Mehr als eine kurze Inhaltsangebe + Meinung möchte ich als Leser gar nicht haben. Lange Bespechungen breche ich genervt ab, spätestens, wenn ich das zweite Mal das Scrollrad betätigen muss, dann ist Schluss. Die meisten Blogs empfinde ich durch die Länge der Texte als extrem benutzer- und leserunfreundlich bis abweisend.

      • Letztendlich sehe ich meine Blogs auch eher als Tagebücher in den jeweiligen Sparten Bücher, Filme oder Spiele. Das sind keine klassischen Rezensionsblogs, wer mitlesen will soll es tun, wer nicht, soll es lassen.

        Ich werde jedenfalls noch da sein, wenn die anderen weg sind – BuzzAldrin ergeht sich in verspinnerten Selbstfindungsartikeln, Literaturen keine Ahnung, Klappentexterin postet auch immer seltener und immer merkwürdiger, falls letzters möglich ist. Die großen und bedeutenden LitBlogs sind alle mehr oder weniger weg vom Fenster.

      • Für mich Klappentexterin, BuzzAdrin und Literaturen. Wobei mir erstere sprachlich immer zu verschwurbelt war, BuzzAldrin soinnt rum und hält sich neuerdings für einen Mann und Literaturen war mir immer am nächsten, aber was noch ärgerlicher als der Spoiler war, war die Uneinsichtigkeit, dass man den anderen den Lesespaß damit verdirbt.

        Bonaventura gibt es noch, aber da kann man auch nicht mehr von einer Veröffentlichungsfrequenz sprechen.

      • Ich finde es schon ziemlich verwunderlich, dass niemand zu diesem kruden Zeug, was nomadenseele da ablässt, Stellung bezieht. Bei dieser Person ist ja wohl mehr als eine Schraube locker.

      • Tobias,
        das läuft ins Leere, weshalb sich niemand beschwert. Auch wenn es schwer fällt, muss man es lassen. Habe mich auch schon auf meine digitale Zunge gebissen, sonst artet es in endlose Diskussionen aus, die sich nur im Kreis drehen.

        Gruß und weiterhin viel Spaß beim (ausführlichen) Bloggen.
        Marc

  15. Ich merke auch immer wieder, so wie du es ebenfalss schreibst, das es viel Zeit, Arbeit und Anstrengung kostet zu bloggen. Ich würde gerne mehr schreiben, schaffe das aber einfach nicht. Es ist eben ein Hobby.
    Dann kann man auch nicht alle Buchblogger unter einen Decke stecken, da gibts große Unterschiede…jemand der im Buchhandel tätig ist hat ja nun vollkommen andere Möglichkeiten als jemand der privat bloggt…
    … ich denke es kommt sehr drauf an was das eigene Anliegen ist und was man bereit ist zu tun dafür… auch Stichwort Marketing, sich zeigen usw.

  16. Pingback: Fundsachen 19 | Geschichten und Meer

  17. oh je, manche Kommentare sind ja echt entmutigend. Ich bleibe altmodisch: Form und Inhalt wiedergeben, je pointierter desto besser, Urteil subjektiv, Kriterien transparent machen….

  18. Pingback: Linkradar: Borst vom Forst, Koesels Katalog, Handke kocht Reis – Lesen mit Links

  19. Naja, jeder bloggt aus anderen Motiven. Ich selbst habe gemerkt, dass ich nur noch die wenigen Blogs lese, die über reine Inhaltsangaben und Geschmacksurteile hinausgehen. Wo ich merke, da hat jemand sich Gedanken gemacht und trifft in etwa meinen Geschmack. Das ist dann bereichernd, weil ich Neues kennenlerne. Und das Neue kann gern auch alt sein, das muss keine Neuerscheinung sein. Die reine Menge der Postings oder die Häufigkeit interessiert mich gar nicht. Es geht doch um die Qualität.

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