Watt, wer bist du denn? | #fbm15

Es ist erstaunlich … Ich kannte all die Namen, Gesichter und Blog-Titel. Vom Bildschirm her, von Korrespondenzen. Während dieser Tage hat sich das gewandelt. Sie begegneten mir in Fleisch und Blut, wodurch ein Abgleichen erfolgte. »Ja, den da, den habe ich mir genauso vorgestellt. Und den da, irgendwie komplett anders.« Unschwer zu erkennen, was meine Messe-Highlights waren. Klingt alles vollkommen nerdig. Wie ein Text einer Person, die kurz mal bei »Second Life« auf Spielstopp drückt, um sich im Real Life mit all diesen Akteuren bekannt zu machen. Und anschließend wieder im Digitalen beheimatet nun in die Tasten haut, um zu berichten, wie das so war.

Frankfurter Buchmesse 2015

So einige Gespräche habe ich geführt. Die Folgen von »Watt, wer bist du denn?« waren gewinnbringend. Es ging viel um den Sinn und Unsinn des (Literatur)Bloggens. Um Literatur an sich, um Anekdoten und (persönliche) Geschichten. Blicke ich auf all die ausgetauschten Visitenkarten zurück, denke ich voller Wohlwollen an diese Menschen hinter den Blogs und an sympathische (alle die mir begegnet sind, waren es ausnahmslos, ich möchte nicht kriechen – Augenzwinker!) Verlagsmitarbeiter zurück. Hilfreich zu erfahren, was sie über uns denken und wie sie uns einschätzen: Literaturblogs werden wahrgenommen – zahlreiche Diskussionsrunden bestätigen das, siehe hier, ihre Stimmen werden lauter und lauter, sie verklingen nicht, ganz im Gegenteil. Und es zwingt einem ein heimliches Schmunzeln ins Gesicht, wenn bestätigt wird, dass das, was man tut, ja eigentlich doch nicht so verkehrt sei. Das es sich lohnt, den Karren anzuschieben und weiterzufahren, ohne auf die Bremse zu drücken.

Schlaf wird bei solchen Veranstaltungen unterschätzt! Ein marginaler und nebensächlicher Bestandteil. Ansonsten habe ich mich viel gleiten lassen, bin bei einer feuchtfröhlichen Verlagsparty etwas versackt, habe zu oft an meiner Lunte gezogen und zu häufig Käffchen bestellt. Zu wenig über Indonesien erfahren. Hier und da mal was aufgeschnappt, wahrgenommen und festgehalten – oder auch nicht. Zum Beispiel eine russische Debatte zum Thema »Women Writers. Is Literature a Women’s Business?«, bei der der Moderator zwischen zwei Autorinnen sitzend mit einem chauvinistischen Ausdruck bemerkt hat, dass seiner Meinung nach Frauen doch lieber mit ihren ursprünglichen Aufgaben – dem Kinder gebären und so – besser vertraut gemacht werden sollten, statt zu Federn zu greifen. Entertainment pur.

Halblange Rede, kurzer Sinn: An all diejenigen, denen ich nicht die Hand geschüttelt habe: Leipzig. Kommt. Bald. Dann können wir uns genau das zurufen, wenn auch unsere Frisuren etwas besser sitzen sollten:

7 thoughts on “Watt, wer bist du denn? | #fbm15

  1. Vielleicht bin ich in Leipzig auch mal dabei. Hatte leider keinen Urlaub mehr und konnte daher nur Samstag zur Messe – sieht aus als hätte ich etwas verpasst 😉

  2. Für mich war die Begegnung mit Dir die überraschendste. Denn zuvor hat ich mir kaum ein persönliches Bild von dir gemacht. Hab den Eindruck von einem ernsthaften jungen Mann mitgenommen, der sehr aufmerksam gegenüber seiner Umgebung ist und sich schon in jungen Jahren recht souverän der Literatur und ihrer Macher widmet. Freu mich auf ein Wiedersehen oder-hören.

    • Vielen Dank für deine Worte, Thomas. Auch ich habe mich gefreut, dich kennenzulernen. Umso mehr freue ich mich auf ein Wiedersehen. Gerne draußen vor Halle vier. Weil das aber erst in einem Jahr wäre, noch lieber früher und bei einer anderen Gelegenheit.

      Beste Grüße in den Süden!

  3. Ich habe mich sehr gefreut, dich live und in Farbe kennenzulernen. Wobei ich jetzt durch deinen Artikel feststellen muss, dass ich keine Visitenkarte habe!
    Aber gut, Papier ist eh geduldig – und ein nächstes Mal gibt es auch!

    Bis dahin liest man sich!

  4. Pingback: [Sonntagsleserei]: Oktober 2015 | Lesen macht glücklich

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