Kleiner Beitrag zum Indiebookday 2016

Kleiner Beitrag zum Indiebookday 2016

Eigentlich ist das traurig. Um Indies zu finden, muss man genauer hingucken, graben und forschen, im Prinzip wie Indy, gespielt von Harrison Ford, in der Spielberg-Reihe, wenn auch weniger actionreich, aber genauso archäologisch. Aber genau dafür ist dieser Tag, der Indiebookday, da. Am Ende stellt man dennoch fest, dass gerade die großen Buchwarenhäuser und Ketten eigentlich kaum welche führen. Bücher von unabhängigen Verlagen sind im Verhältnis deutlich in der Unterzahl. Kleinere Menschen haben es schwer. Und kleinere Verlage haben es ebenfalls schwer. Deswegen sollten sie unterschützt werden, nicht nur am Indiebookday, sondern regelmäßiger – unbedingt. Warum? Dafür sollen die wunderbar gewählten Worte der Klappentexterin aus ihrer »Liebeserklärung« stehen:

Ihr seid halt einzigartig. Stecht aus der Masse heraus. Durch eure liebevolle und wunderschöne Buchgestaltung. Ihr seid nicht laut und kreischend. Ihr seid stiller und einfach bezaubernd.

Mein Beitrag zum Indiebookday 2016 sieht bescheiden aus, aber er ist erfolgt. Zum einen wurde »Moonfleet« von J. Meade Falkner mitgenommen. Der Liebeskind Verlag macht überhaupt Bücher, bei denen das bibliophile Herz höher schlägt. Schön gestaltet und hochwertig. Es handelt sich bei meiner Wahl, um einen der berühmtesten Abenteuerromane der Literaturgeschichte, im deutschsprachigen Raum seltsamerweise nicht so bekannt. Und mit dem Klappentext erinnert das Werk an Bücher, die man so vor dem Teenager-Alter las, »Schatzinsel«, »Robinson Crusoe« usw.  Zum anderen bin ich auf »Warten auf Robert Capa« von Susana Fortes gestoßen. ebersbach & simon ist zwar mehr ein Verlag für Frauen, aber mit Kriegsreporter Capa wollte ich mich ohnehin mal intensiver beschäftigen, nachdem er mir erst letztens bei Patrick Modiano begegnet ist.

Zwei Bücher, eine etwas magere Ausbeute. Aber schei* drauf. Indiebookday ist (nicht nur) einmal im Jahr. Ole, Ole und Schalalalalaa.

4 thoughts on “Kleiner Beitrag zum Indiebookday 2016

  1. „Indiebookday ist nicht nur einmal im Jahr.“ Schöner und treffender Schlusssatz. Ich finde es ja ein wenig, dass es extra einen Aktionstag geben muss und die kleinen Verlage sonst eher wenig Beachtung finden. Ich nutze daher auch seit ein paar Jahren die Leipziger Buchmesse, um bei Indieverlagen zu stöbern und zu kaufen. Das Programm der Großen kennt man sowieso schon vor den Messen zur Genüge, während die Titel der Kleinen – wie du schon sagst – oftmals gar nicht erst in Buchhandlungen landen, wenn es nicht gerade inhabergeführte Läden mit sehr engagierten Buchhändlern sind. Ute von Buchstapelweise berichtete vorhin sogar schockiert via Twitter, dass sie heute so manchem Händler überhaupt erst erklären musste, was unabhängige Verlage überhaupt sind. Sowas tut mir für die kleinen Verlage, deren Bücher mit so viel Liebe zum Detail verlegt werden, einfach nur leid.

      • Ein Haifischbecken ist auch der Literaturbetrieb als Markt. Wer Geld hat, darf bestimmen oder sich zumindest platzieren. Natürlich ist es ärgerlich, dass die Kleinen extra so einen Aktionstag benötigen, damit ihnen Aufmerksamkeit gewährt werden kann. Andererseits sehe ich auch ganz viele Literaturblogger, die bewusst solchen unabhängigen Verlagen eine Plattform geben, was einfach toll ist. Ich zumindest schaue, seitdem ich blogge, immer genauer auf die Programme der Indies. Da versammeln sich so manche Perlen, die unentdeckt bleiben. Man kann wenig tun, aber kann man was tun!

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